Auslandsfinanzierung: Rechnen sich ausländische Immobilien?


Immobilien gehören zu den größten Investitionen im Laufe des Lebens. Wer nicht über ausreichend Eigenkapital verfügt, muss sich um ein entsprechendes Darlehen kümmern, um sein Wunschobjekt finanzieren zu können. Während ein Kredit für eine deutsche Immobilie meist relativ einfach zu bekommen ist, sehen die Regelungen hinsichtlich dem Erwerb einer ausländischen Immobilie meist strenger aus. Viele Banken genehmigen eine Auslandsfinanzierung nur unter bestimmten Bedingungen – beispielsweise nur dann, wen ausreichend Sicherheiten gestellt werden können. Besonders außerhalb der EU-Zone erweist es sich oftmals als schwierig, eine deutsche Bank als Finanzierer mit ins Boot zu bekommen – wer in Kroatien oder auch in der Türkei eine Immobilie kaufen will, muss als Sicherheit beispielsweise eine Immobilie in Deutschlands vorweisen können.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, die Auslandsfinanzierung nicht über eine deutsche Bank abzuwickeln, sondern direkt einen Kredit im jeweiligen Land aufzunehmen. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass in zahlreichen Ländern nur variable Zinssätze für Darlehen vereinbart werden. Das bedeutet: Steigt das allgemeine Zinsniveau, so wird auch der Kredit teurer, und die monatliche Belastung kann im Laufe der Zeit deutlich zunehmen. Doch auch bei einer Finanzierung über eine deutsche Bank werden Kreditnehmer schnell feststellen, dass sich eine Ferienimmobilie nicht von selbst trägt. Die möglichen Mieteinnahmen decken in den seltensten Fällen Zinsen und Tilgung. Denn wer vermieten will, braucht jemanden, der sich vor Ort darum kümmert – Mieter sucht, Mietverträge anfertigt und sich um die Instandhaltung der Immobilie kümmert. Diese zusätzlichen Kosten müssen mit einkalkuliert werden.

Eine Auslandsfinanzierung bzw. der Erwerb einer ausländischen Immobilie sollte nur dann ernsthaft in Betracht gezogen werden, wenn die finanzielle Belastung auf alle Fälle getragen werden kann und eine gewisse Summe an Eigenkapital vorhanden ist. Je geringer die Kreditbelastung, umso besser die Rendite. Wer jedoch damit rechnet, dass sich die Ferienimmobilie selbst finanziert, indem Mieteinnahmen generiert werden, wird möglicherweise böse Überraschungen erleben.